Berufsbezogene Sicherheit liegt längst nicht mehr in der Beschäftigung selbst, sondern zunehmend im Erhalt der individuellen Beschäftigungsfähigkeit. Die eigene Employability wird jedoch individuell unterschiedlich wahrgenommen und die Art des Umgangs liegt teilweise weit auseinander. Gibt es einen roten Faden, der über alle Generationen hinweg wegweisend ist?
Employer Branding hat eine notorische Schlagseite zur Jugendlichkeit. Im Wunsch, vom schrumpfenden Kuchen der neuen Talente ein möglichst grosses Stück abzubekommen, überschlagen sich manche Unternehmen in Karriere- und Zukunftsversprechungen. Das Durchschnittsalter der Beschäftigten liegt aber Mitte 40. Und viele Ü50 fragen sich: «Was ist eigentlich mit mir?» Ganz zu schweigen von denen Ü60, die sich eher auf ein Karriereende freuen. Muss das so sein? Setzen wir doch einmal die Boomer-Brille auf…
Wir sollten mit der Generation Z reden – nicht über sie. Deshalb wollte ich in Erfahrung bringen, was junge Leute über Karriere denken. Ich habe mit acht Menschen unter 30 darüber gesprochen. Finden sie es erstrebenswert, Karriere zu machen? Oder setzen sie andere Prioritäten?
Seit Monaten dominiert das Thema Fachkräftemangel die öffentliche Debatte. Dass wir uns Gedanken machen, wie wir Arbeitskräfte gewinnen und vor allem halten können, ist eine gesunde Entwicklung. New Work jedoch auf Employer Branding und Employee Experience Management zu reduzieren, ist der falsche Weg.
Jüngere wie ältere Arbeitnehmende werden oft vorschnell verurteilt. Inzwischen hat sich insbesondere die Integration von älteren Arbeitnehmenden in den Arbeitsmarkt verbessert. Dennoch bleiben ihnen im Fachkräftemangel nach wie vor sinnstiftende Karrierewege verschlossen. Ein Anstoss zum fortschreitenden Kulturwandel.
Die berufliche Weiterbildung und insbesondere deren Finanzierung muss in Zeiten zunehmender Flexwork neu gedacht werden. Die bisherigen Rezepte funktionieren je länger, je weniger, wenn die Arbeitnehmenden immer rascher und häufiger von Job zu Job ziehen.
Veränderung in einer agilen Zeit verlangt ein ebensolches Denken. Wer am Bewährten festhält, wird zum Prellbock der Umwelt. Davon ist auch die Abteilung Human Resources nicht ausgenommen.
Wann habt ihr euch das letzte Mal beworben? Ich frage nicht ohne Grund. Denn der Titel dieses Beitrags ist sehr wörtlich zu nehmen. Seit Jahrzehnten lamentieren Bewerbende und Recruiting unisono, wie mies Bewerbungsprozesse sind. Das birgt schon eine gewisse Komik, denn Recruiting Prozesse sind ja keine Naturgesetze, sondern HR-gemacht. Man könnte sie also ändern. Wenn man wollte, oder besser gesagt: könnte.
Was ist der rote Faden, der Ihre Firma zusammenhält? Welche Geschichten erzählen Sie den Kunden und den Mitarbeitenden? Sind sie emotional und überzeugend genug, um die Mitarbeitenden bei der Stange zu halten? Sind sie glaubwürdig? Werden sie von den Vorgesetzten getragen? Vielen Unternehmen wird bewusst: Employer Branding alleine schafft das nicht. Nur ein bisschen gutes Marketing und ein anständiger Social Media Auftritt genügen nicht, um die bestehenden Mitarbeitenden zu halten. Wer seine Mitarbeitenden binden will, muss mehr tun.