«Früher war ich der Meinung, Gesundheit ist ausschliesslich Privatsache»

Dieses «Früher» liegt rund zehn Jahre zurück. Werner Schmid (siehe Foto im Text), CEO der Phoenix Mecano Komponenten AG, schmunzelt, als er mir seine anfänglichen Bedenken gegenüber einem systematischen Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) offenbart. Zwischenzeitlich ist das längst Vergangenheit und die aktive Förderung der Mitarbeitenden-Gesundheit fest in der Unternehmenskultur verankert. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Technologieunternehmens werfe ich einen Blick in die Praxis und erfahre, was die Auslöser für diesen Sinnes- und Kulturwandel waren, wie sich der bisherige Aufbau des systematischen BGM gestaltet hat und welche Vorteile es dem Betrieb bringt und noch bringen wird.

«Der Deckel muss zum Topf passen»

Mit diesem Satz brachte Anabel Ternès auf den Punkt, was eine gelungene unternehmensinterne Kommunikation des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) im Kern ausmacht: Sie sollte auf den spezifischen Bedarf der Zielgruppen eingehen und in der Gesamtheit alle mitnehmen. Ganz klar, oder? Ja, schon – und gleichzeitig eine anspruchsvolle, bisweilen herausfordernde Aufgabe für BGM-Verantwortliche in ihren Unternehmen. In ihrer Keynote «Interne BGM-Kommunikation – nachhaltig erfolgreich» im Rahmen der 18. Nationalen Tagung für BGM vom 31. August 2022 von Gesundheitsförderung Schweiz erläuterte Ternès die entscheidenden Kriterien, um genau das zu erreichen.

Wie «gesund» ist Lohntransparenz?

Rund um das Thema «Lohntransparenz» ist in den letzten Monaten ein wahrer Hype entstanden. Unternehmen, die sich entschieden haben, die Löhne aller Mitarbeitenden offenzulegen, ziehen die Aufmerksamkeit von Arbeitsuchenden und Medien geradezu magnetisch an. Doch wie hoch ist der Impact von Lohntransparenz als «Gamechanger» tatsächlich? Wie wirkt sie sich z.B. in der Zusammenarbeit aus? Welchen Einfluss hat sie auf das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit der Mitarbeitenden? Sollte sie Bestandteil eines systematischen Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) sein?

Erwachsenwerden und Berufseinstieg – eine Herausforderung und wie sie gelingt

Blog-Vignette Gesundheitsmanagement mit Laptop, Jogging-Schuh und Apfel.

Mit dem Einstieg ins Berufsleben stehen junge Menschen in einer Umbruchsituation. Dabei stiftet das Erwachsenwerden an sich schon reichlich Unruhe in Körper und Psyche. Beides zusammen übersteigt schnell mal die Grenzen psychischer Belastung. Umso mehr sind Berufsbildungsverantwortliche gefordert, Lernenden einen gesunden Einstieg in die Arbeitswelt zu ermöglichen. Hier einige Hintergrundinformationen und Anregungen inkl. Praxisbeispiele, wie das gelingen kann.

Flexible Arbeitswelt = gesündere Arbeitswelt

GesundheitsmanagementDie Grenze zwischen Arbeit und Gesellschaft schwindet langsam. Eigenverantwortung der Mitarbeitenden gegenüber ihrer Gesundheit löst die betriebliche Fürsorgepflicht ab. Waren die Patrons früher um das Wohlbefinden der Mitarbeitenden besorgt («Du arbeitest für mich und ich schau für Dich»), wird diese Verantwortung heute an den Mitarbeitenden abgetreten («Lohn gegen Leistung und sonst nichts»). Aber geht das auf?

«Economy, nicht Business!» – Sparen auf Kosten der Gesundheit

Und wieder haben Manager einen Weg gefunden, auf Kosten ihrer Mitarbeitenden zu sparen.

Immer mehr Firmen, auch Grosskonzerne, gehen dazu über, Ihren Mitarbeitenden auf Geschäftsreisen auch für Langstreckenflüge nur noch Economy-Flüge zu bezahlen. Selbst wenn das Unternehmen seinen Kunden Businesspreise verrechnet: Der Mitarbeiter fliegt in der Holzklasse. Am Zielort angekommen, muss dieser dann mit einem Mietfahrzeug stundenlang weiterreisen und setzt sich so wegen Übermüdung einer hohen Unfallgefahr aus. Die gesundheitlichen und insbesondere mentalen Konsequenzen spielen in den Sparüberlegungen der Unternehmen keine Rolle.

Wenn eine einzige Person die ganze Belegschaft belastet

Sie bringen die Chefs an den Rand der Verzweiflung. Sie bewirken Kündigungen, Stressbelastungen und ein schlechtes Arbeitsklima im Team. Sie belasten die gesamte Organisation mit ihrem Verhalten. Sie haben immer recht, sie sind die Einzigen, die wissen, wie der Laden läuft.

Oft zeichnen sich schwierige Mitarbeitende auch durch hohe Leistungsbereitschaft und Engagement aus. Sie strahlen eine grosse Macht aus und machen andere durch ihr emotionales mächtiges Auftreten fertig. Häufig sind sie respektlos gegenüber anderen Mitarbeitenden aber auch gegenüber Chefs.