Kann man sich in 20 Sekunden seriös bewerben?

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Vereinfachte Bewerbungen scheinen in Mode zu sein und beim Kinderspital Zürich braucht man dafür knapp 20 Sekunden.

Aber kann man sich so seriös bewerben? Und ist das eine gesunde Entwicklung? Schliesslich haben wir bereits einen Rekrutierungsprozess, der sich über Jahrzehnte bewährt hat.

Andererseits, was tun wir, wenn sich unsere Wunschkandidaten nicht für uns interessieren?

Ich erwähne es zwar nicht im Podcast, aber Jörg Buckmann hat in diesem Artikel die vereinfachte Bewerbung des Kinderspitals Zürich sehr schön beschrieben. Und seine Tochter «durfte» als Versuchskaninchen mitmachen: So geht Candidate Experience: Die 15 Sekunden Bewerbung des Kinderspitals Zürich

Kispi_Bewerbung_HRTodayMinutes

Auf der Webseite kispi-spirit.ch können sich interessierte Pflegefachkräfte bewerben.

8 comments for “Kann man sich in 20 Sekunden seriös bewerben?

  1. 4. März 2016 at 10:44

    Hallo Etienne,

    sehr schöner Case. Ich habe heute gerade einen ganz ähnlichen („firmiert“ auch unter 15-Sekunden-Bewerbung“) Fall verbloggt. Hier ist die „Interessenbekundung“ zu Beginn ein kurzes Selfie-Video und es richtet sich an IT-Personal. Aber ansonsten gibt es viele Parallelen zwischen der 15-Sekunden Bewerbung des Kinderspitals und den 15-Sekunden von Daimler TSS…

    Nachzulesen hier: http://blog.recrutainment.de/2016/03/04/15-sekunden-de-die-moeglicherweise-radikalst-niedrigschwellige-bewerbungsmoeglichkeit-ueberhaupt-bei-daimler-tss/

    VLG
    Jo

    • 7. März 2016 at 23:59

      Hallo Jo

      Vielen Dank für den Hinweis auf die Kampagne von Daimler TSS. Das ist tatsächlich auch ein ganz schönes Beispiel. Wie das Kispi mit Microsite und vereinfachtem 1. Kontakt.

      Ich liebe solche Beispiele und habe heute ein paar Screenshots für meine Sammlung gemacht 😉

      Und auch vielen Dank für den Link zum „kleinen“ Podcast. Das war echt cool von dir!

      viele Grüsse
      Etienne

  2. 25. Februar 2016 at 11:04

    Ich stimme Michel Ganouchi zu – es geht dem Kinderspital ja gar nicht um eine Bewerbung in 20 Sekunden, sondern um die Kontaktaufnahme zwischen Interessentinnen und Interessenten auf der einen und dem potentiellen Arbeitgeber auf der anderen Seite. Und das, was das Kinderspital hier macht, ist aus meiner Sicht eine gute, innovative Idee.

    Viel Erfolg damit

    Matthias Mölleney

    • 25. Februar 2016 at 13:45

      Lieber Herr Mölleney

      Sie haben natürlich recht, dass es beim Kispi um eine erste Kontaktaufnahme geht. Es folgt ja noch ein Telefongespräch, ein Schnuppertag etc. Also unter dem Strich eigentlich der übliche Bewerbungsprozess, aber anders präsentiert und in einer anderen Reihenfolge.

      Aber „Bewerbung in 20 Sekunden“ tönt natürlich cooler 😉

      viele Grüsse
      Etienne Besson

  3. 23. Februar 2016 at 17:04

    Hi Etienne

    Ein spannendes Thema, das du dir hier ausgesucht hast.

    Der Fall ist für mich absolut klar: nur, weil sich etwas bewährt hat (hat es das tatsächlich?), muss es nicht zwingend so bleiben. Die Rahmenbedingungen haben sich verändert. Wir haben eine Verlagerung vom Anbieter- zum Nachfragemarkt (Unternehmen -> Kandidat). Zumindest in immer mehr Teilmärkten (Branchen, funktionale Spezialisierung). Dieser Entwicklung MUSS ein Unternehmen gerecht werden. Will heissen: Potentiale vergrössern und Hürden abbauen. Und gerade da macht die Initiative des Kinderspitals abolut Sinn. Ich bin sicher: dem werden viele weitere Unternehmen folgen.

    Viele Grüsse
    Michel

    • 25. Februar 2016 at 13:40

      Lieber Michel

      Ich behauptete im Podcast bewusst, dass sich der klassische Bewerbungsprozess über Jahrzehnte bewährt hätte… und hoffte, dass jemand dies in Frage stellt. Wie immer, auf dich ist Verlass 😉

      Und ich glaube nicht, dass in nächster Zeit viele Arbeitgeber ihren Bewerbungsprozess vereinfachen werden. Aber ich bin sehr gespannt und würde in diesem Fall gern falsch lieben.

      viele Grüsse
      Etienne

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