Matthias Mäder

Matthias Mäder startete als Personalberater bei Adecco. Danach führte ihn sein Weg über Tamedia AG zur Prospective Media Services AG, wo er seit 2007 als Geschäftsführer wirkt. Zudem ist er Gründer der Recruiting Convention Zürich, Mitinitiant des HR Bar Camp Zürich, Dozent an der ZHAW und Blogger.


7 offene Fragen zum Inländervorrang

Eigentlich äussere ich mich in meinen Blogbeiträgen nie zu politischen Themen. Dieses Mal muss ich aber eine Ausnahme machen, da die Umsetzung des Inländervorrangs einen direkten Einfluss auf das Recruiting hat.

Der Inländervorrang wirkt sich auf die Rekrutierungsprozesse aus – das betrifft alle Berufe in der Schweiz, bei denen der Arbeitslosenanteil höher als fünf Prozent ist¹. Das sind viele. Unter anderem geht es um Stellen im Marketing, in der Wirtschaftswissenschaft und im Verkauf – was auch immer «Verkauf» genau heissen soll.

Bei der Umsetzung des Inländervorrangs ist allerdings vieles noch unklar. Als ich die verschiedenen Texte aus Bern² gewälzt und mir gleichzeitig überlegt habe, wie Unternehmen heute rekrutieren, sind bei mir einige Fragezeichen aufgetaucht.

Einblicke in die Google-Jobsuche

Google ist nun offiziell eine Jobplattform. Jahrelang wurde darüber spekuliert, was passieren würde, wenn Google eine eigene Jobplattform aufschalten würde. Seit einiger Zeit hat Google neue Produkte für den Jobmarkt angekündigt – wie «Google for Jobs», «Google Hire» und «Clound Job API». Nun ist also seit dem 20. Juni 2017 «Google for Jobs» in den USA gestartet. In der Schweiz ist die Funktion noch nicht aufgeschaltet und es steht auch noch kein Datum fest, wann «Google for Jobs» hier verfügbar ist.

Chatbots in der Rekrutierung?

In einer Zeit, in der immer mehr Inhalte im Internet zur Verfügung stehen, ist es eine Herausforderung, potenzielle Bewerber einfach und unkompliziert abzuholen. Im Recruiting bedeutet dies: Wer die Nase vorne haben will und die besten Bewerber rekrutieren möchte, muss auf der einen Seite attraktive Stelleninserate vorweisen – zum anderen aber auch eine informative und innovative Karriereseite anbieten, auf welcher potenzielle Fragen von Bewerbern einfach und schnell beantwortet werden. Ansonsten ist die Gefahr gross, dass die Bewerber den Bewerbungsprozess nicht abschliessen. Chatbots, die Fragen automatisch beantworten, bieten genau hier eine gute Unterstützung an.

Mit Stelleninseraten punkten

Blogger-Vignette-14_BlogEin Stelleninserat muss heute nicht nur online funktionieren. Es soll besonders auch als Mobile-Inserat beim Bewerber punkten. Bei der Neugestaltung von Inseraten gilt deshalb: Mobile First! Dies bedeutet, dass das Inserat zuerst für die mobile Bildschirmgrösse konzipiert und in einem zweiten Schritt auf die grösseren Bildschirme angepasst wird.

Mobile Recruiting: Wunschdenken?

Wo man auch hinsieht, sei es im öffentlichen Verkehr oder in der Kaffeepause: Mobile ist mit dabei. Kurz die WhatsApp-Nachrichten checken, ein Blick auf Facebook werfen, schnell ein Foto auf Instagram laden oder die News anschauen. Mobile ist aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken.

Wo aber stehen wir in der Rekrutierung, wenn es um das Thema Mobile geht? Ist HR bereit, die Bewerbungsprozesse mobile-optimiert anzubieten? Oder wird der Trend ignoriert, weil die Technologie der HR-Systeme mobile Prozesse nicht abbilden können?

360-Grad-Videos für das Recruiting einsetzen?

Ein neuer Trend wird sich bei den Videos durchsetzen. Letztes Jahr sind die ersten Videos mit Rundumsicht auf Youtube und weiteren Plattformen aufgetaucht. In der Zwischenzeit erfreuen sich diese Videos bei den Usern immer grösserer Beliebtheit. Die Besonderheit bei 360-Grad-Videos ist, dass nicht wie bei herkömmlichen Videos der Bildausschnitt vorgegeben ist, sondern der User sich im Video umschauen kann. Die Sicht bleibt somit nicht nur auf einen vordefinierten Ausschnitt beschränkt, sondern der Zuschauer hat das Gefühl, sich mitten im Video zu befinden.

Wieso Messen wichtig ist

Früher war es doch ganz einfach. Richtig? Ein Stelleninserat wurde in der Zeitung platziert und der Recruiter hat im Idealfall genügend Bewerbungen erhalten. War es eine schwierig zu besetzende Stelle, so hat er einfach noch ein paar Titel mehr dazu gebucht und so für die nötige Reichweite gesorgt. Aus welchen Titeln wie viele Bewerbungen und aus welchem Titel schlussendlich jemand angestellt wurde, diese Frage hat sich der Recruiter nicht gestellt. Sollten aber für einmal zu wenig oder keine Bewerbungen eingetroffen sein, so war sicher nicht die Zeitung schuld, sondern die Stelle, die zu besetzen war. So einfach war das…

Mitarbeiter in die Rekrutierung mit einbeziehen

Beziehen Sie Ihre Mitarbeiter bereits aktiv in die Rekrutierung mit ein? Wissen diese welche Positionen zur Zeit offen sind, und haben Ihre Mitarbeiter auch die Möglichkeit, die offenen Vakanzen in ihren sozialen Netzwerken zu sharen?

Alle reden von Social-Media-Recruiting, aber die wenigsten setzen es auch ein. Dabei ist der erste Schritt dazu gar nicht so schwer. Es braucht nämlich kein x Seiten langes Papier um Social-Media-Recruiting zu betreiben. Beziehen Sie doch einfach die Mitarbeiter mit ein!