Ohne Eignungstest kein Berufsstart

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BerufsbildungEignungstests bieten Unternehmen Vorteile. Doch gleichzeitig liefern sie verzerrte Resultate und sind für künftige Lernende aufwändig und teuer. Daran muss sich etwas ändern.

Sogenannte Eignungstests zur Rekrutierung von Lernenden sind in allen Branchen bekannt. In einer Umfrage von yousty.ch im Mai haben sich 1’191 Deutschschweizer Unternehmen zu den Vorteilen solcher Tests geäussert.

In der Landschaft der Eignungstest gibt es zum einen den Stellwerktest, der den Schülerinnen und Schülern eine individuelle Standortbestimmung ermöglichen soll. Auf Basis des erhaltenen Leistungsprofils können sie gezielt an ihren Stärken arbeiten. Zum anderen gibt es diverse Checks, die künftige Lehrlinge Firmen mit ihren Bewerbungsunterlagen als Fähigkeitenprofil vorlegen.

Eignungstests helfen bei der Vorselektion

Besonders für Grossunternehmen, die sehr viele Bewerbungen erhalten, können Eignungstests bei einer ersten Selektion helfen. Diese Firmen gaben in der Umfrage an, dass sie die Bewerbenden damit besser vergleichen können und einen Überblick über deren Fähigkeiten erhalten, da Zeugnisse sehr unterschiedlich sein können.

Eignungstest kosten Schüler Zeit und Geld

Für Schülerinnen und Schüler bedeutet die Forderung von Eignungstests, dass sie Zeit und Geld investieren müssen. Die Tests der beiden Marktführer dauern bis zu vier Stunden und können Jugendliche und Eltern bis zu 100 Franken kosten. So werden in der Schweiz bis anhin rund 3,6 Millionen Franken pro Jahr für diese Tests ausgegeben.

Tests dauern zu lange

Interessanterweise haben 96,9 Prozent der Unternehmen aus verschiedenen Branchen – von der KV- bis zur Baubranche – in der Umfrage angegeben, dass ein vierstündiger Test zu zeitintensiv ist. Rund 38 Prozent finden sogar, dass maximal eine Stunde dafür gerechtfertigt wäre. Lediglich Unternehmen aus der Branche Metall- und Maschinenbau empfinden auch einen zweistündigen Test als legitim. Mit dieser Meinung machen sie allerdings mit 27,8 prozent die Minderheit aus.

Resultate sind mit Vorsicht zu geniessen

Ich sehe diese momentane Situation als Chance mit grossem Verbesserungspotenzial für alle Beteiligten. Die Unternehmen sind mit der Länge der Eignungstests nicht zufrieden. Zudem sind sie sich darüber im Klaren, dass die Jugendlichen durch die Prüfungssituation im Testzentrum gestresst und die Resultate der Tests mit Vorsicht zu geniessen sind. Wozu also der ganze Aufwand?

Über die Schwierigkeit dieser Situation für Schülerinnen und Schüler brauchen wir gar nicht lange zu sprechen. Sie stehen unter hohem Leistungsdruck und müssen mit ihren eigenen Ressourcen dafür aufkommen. Es muss und wird sich in der Landschaft der Eignungstest etwas ändern, davon bin ich überzeugt.

50 Unternehmen nutzen alternative Eignungstests

Solche Tests sollten Jugendliche in einer Umgebung durchführen, wo sie alleine und konzentriert arbeiten können – beispielsweise zu Hause oder während der Schnupperlehre. Ausserdem sollten sie den Test nur einmalig durchführen müssen und ihn danach für verschiedene Berufsbilder anwenden können. Nicht zuletzt steht auch die Dauer des Tests im Fokus – bei Unternehmen und bei Jugendlichen. Der Zeitaufwand sollte für Schülerinnen und Schüler bedeutend kürzer sein.

Zusammen mit führenden Lehrbetrieben der Schweiz hat yousty.ch eine Alternative entwickelt, die genau diese Kriterien erfüllt. Unterdessen machen bereits über 50 Lehrbetriebe mit. Seien wir gespannt, wie viele der über 30’000 Lehrbetriebe der Schweiz noch folgen.

Zur Umfrage:

Die Umfrage wurde von 1’191 Firmen vollständig beantwortet. Die meisten Antworten kamen aus den Kantonen Zürich, Bern und St. Gallen. Die grössten vertretenen Branchen sind: Architektur, Bau, Gebäudetechnik / Gesundheit, Soziales, Schönheit / Büro, Organisation, Verwaltung. Zur Zusammenfassung der Ergebnisse

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