Closing the digital HR-Gap

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Zugegeben: Ich hätte auch «Schliessen Sie die digitale HR-Lücke» schreiben können. Das klingt aber nicht so sexy. Als Marketeer schmeisst man schliesslich gerne mit Anglizismen um sich. Oftmals sogar, ohne es zu merken. Déformation professionelle halt. Ich merke das öfters, wenn mich meine angehenden HR-Fachberaterinnen mit rollenden Augen oder Stirnrunzeln – wahlweise auch beides – bestrafen, wenn ich mich mal wieder in meiner Geheimsprache verliere.

Gerade, weil Recruiting zunehmend zur Marketingdisziplin wird, tue ich mich mit Loslassen allerdings schwer. Cross- und Multichannel Communication, Content Delivery und Community Management werden zu neuen Disziplinen. Nur schon die Entwicklungen im Jobbörsen-Umfeld lassen aufhorchen: Behavioural Targetting, Job-Crawling, Profiling und Parsing. Plötzlich lassen sich Erkenntnisse aus Real Time Bidding in Reichweitennetzwerken anwenden. Cost per Lead (im Recruiting heisst der Lead dann Applicant) wird zum neuen Key Performance Indicator mit entsprechenden Bezahlmechanismen im Online-Universum. Die Click-Through-Rate ist wichtig. Sie wird beeinflusst vom Call to Action. Und überhaupt geht die Reise in Richtung Programmatic Advertising. Selbst Native Advertising findet langsam im Markt Anklang. Für Active Sourcing sollte man wissen, was Boolean Search ist. Die Karriereseite und Stellenanzeige (bitte mit Rich Media angereichert!) müssen ohnehin längst responsive sein. Über XML- oder RSS-Feeds, manchmal auch Spidering, gelangen Ihre Jobs in Netzwerke. Jobbörsen duplizieren Ihre Inhalte mittels iFrame bei Content-Partnern. Employer Branding will nicht als Personalmarketing verstanden sein. Business Networks sind weit mehr als Adressdatenbanken. Und von Social Media habe ich noch nicht mal angefangen zu sprechen.

Falls Ihnen das alles Chinesisch (oder auch Spanisch) vorkommt: Sie sind gut beraten, Ihre Wissenslücken zu schliessen. Zumindest, wenn Ihnen ihre eigene Digital Readyness lieb ist. Wenn Sie on the job damit zu tun haben, sowieso. Das möchten Sie doch nicht alles nur den Digital Natives überlassen, oder?

6 comments for “Closing the digital HR-Gap

  1. Beck
    12. Juni 2017 at 18:20

    … nun gehöre ich definitiv zu den „Gruftis“ in Sachen Personalmarketing, pardon Employer Branding und benötige dringend einen crash Kurs …

    Wo ich absolut folgen kann und auch der festen Überzeugung bin ist die Tatsache, dass Recruiting zur Marketingsisziplin wird – dies in Zukunft sogar noch akzentuierter. Die Unternehmungen (und im speziellen die HR Marketing Professionals) tut gut daran, auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Gemessen wird das Ganze unter anderem an der realen Emloyee experience – über das „interne“ Employer Branding – quasi als „Lügendedektor“.

    Allen eine spannende Umsetzung.

    Alexander Beck

    • 13. Juni 2017 at 13:20

      Hallo Herr Beck, lieber Grufti 🙂

      Vielen Dank für Ihren Kommentar.
      Selbsterkenntnis ist immer der erste Schritt zur Besserung. Und gleich noch ein kleiner Hinweis, der Ordnung halber: Employer Branding ist nicht mit Personalmarketing gleichzusetzen. Ersteres ist die strategische inhaltliche Ausrichtung auf Stufe Unternehmensstrategie, zweiteres die zumeist gegen aussen ersichtliche operative Umsetzung.

      Viel Spass und gutes Gelingen beim Umsetzen!

      Viele Grüsse
      Michel Ganouchi

  2. Thomas
    8. Juni 2017 at 17:39

    Nach dem Prinzip, wenn keine Inhalte mehr fordern, soll wenigstens mit Fremdwörtern verwirrt werden … Thomas

    • 12. Juni 2017 at 14:28

      Hallo Thomas

      Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich deinen Kommentar richtig verstehe. Wenn es mir gelang, etwas Verwirrung zu stiften, war das beabsichtigt. Ich empfinde den Beitrag nicht als inhaltslos. Hinter jedem Begriff steckt auch Wissen, Technologie, Inhalt. Und natürlich darf man das eher wahllose Durcheinandermixen dieser Terminologien auch mit Augenzwinkern verstehen…

      In diesem Sinne 😉
      Gruss
      Michel

  3. Andrea
    8. Juni 2017 at 7:17

    Guten Morgen Michel
    ich rolle definitiv mit beiden Augen und meine Stirn sieht aus als wär sie neunzig.
    Aber ich werde brav alle Wörter auf die nächste Stunde bei dir auswendig lernen…Grüessli und schöns Weekend, Andrea

    • 8. Juni 2017 at 18:30

      Hi Andrea

      Nur schon der Fakt, dass du a) diesen Beitrag liest und b) ihn sogar noch kommentierst, zeigt mir, dass meine Inspirationen wirken. Toll! Und bald werde ich dann prüfen, wie es um die Terminologien steht. Aber das gehört ja nicht zum prüfungsrelevanten Inhalt 😉

      En Gruess
      Michel

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