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Identifikation mit dem Unternehmen: Zwischen Einzigartigkeit und Dazugehören

Identifikation mit dem Unternehmen ist mit der wachsenden Hire-and-Fire-Mentalität aus der Mode gekommen. Sich identifizieren verursacht eine Art emotionale Abhängigkeit – wer will das schon? Identifikation mit dem Unternehmen ist out – Verlierer sind Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Die Vergangenheit wird idealisiert, das ist eine Binsenwahrheit. Wahrscheinlich wird auch die Zeit idealisiert, als man einen Patron hatte, der das Familienunternehmen mit dem Blick auf kommende Generationen in die Zukunft steuerte und nicht Manager, die alle paar Jahre weiter ziehen, um ihre eingebrockte Suppe anderen zum Auslöffeln zu überlassen. Zeiten, in denen man im Beruf pensioniert wurde, mit dem man eingestiegen war und niemand permanente Weiterbildung forderte – was letztlich impliziert, dass man nie genügend ist.

Zeiten, in denen niemand von Unternehmensidentität, von Corporate Identity, sprach – denn manchmal haben Unternehmensidentität und Identifikation mit dem Unternehmen nichts miteinander zu tun.

Jeder ist ersetzbar?

Im Zentrum der Unternehmensidentität stehen definierte Werte, mit denen sich die Angestellten gefälligst identifizieren sollen, auch wenn es die Führung nur auf dem Papier tut. Überspitzt gesagt. Identifikation mit dem Unternehmen ist eine Befindlichkeit, die eintrifft, wenn ein Individuum seine eigenen Werte leben kann, wenn es sich als wichtigen, mitbestimmenden Teil eines Ganzen sieht, wenn es sich mitverantwortlich fühlt. Wenn es stolz ist, zu dieser Gemeinschaft zu gehören. Wenn ihm bewusst ist, dass es nicht so leicht zu ersetzen ist, weil es in der ganzen Zugehörigkeit auch einzigartig ist. Und wenn diese Einzigartigkeit zum Unternehmenserfolg beiträgt. Wer sich seiner Einzigartigkeit bewusst ist, lässt sich nicht einreden, leicht ersetzbar zu sein. Leicht ersetzbar sein bedeutet wenig Kanten und Ecken, also wenig Profil zu haben. Ist das wirklich erstrebenswert?

IQ und WeQ

Identität mit dem Unternehmen erfordert nicht nur IQ – gefragt ist auch WeQ. Wie aber soll neben dem IQ, Intelligenzquotienten, auch der Wir-Quotient erhöht werden, wenn jeder Mitarbeitende – egal auf welcher Stufe – auswechselbar ist? Wenn man von Funktionen spricht und nicht von Persönlichkeiten? Wenn ältere Mitarbeitende als «Altlasten» entsorgt werden? Wenn in Pools im Netz gesammeltes Ersatzmaterial schwimmt …?

… Oops! Sorry, schreibe ja für HR Today. Was hat DAS denn alles mit HR zu tun?