Sollen wir ältere Mitarbeiter einstellen?

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Natürlich ist es diskriminierend und moralisch verwerflich, wenn man ältere Stellenbewerber nicht berücksichtigt. Aber in der Realität existiert bei vielen Rekrutierungen trotzdem eine Altersguillotine.

Woran liegt das und was können wir dagegen tun?

Meine Gedanken werden euch wahrscheinlich überraschen und vielleicht sogar schockieren. Aber wie immer bin ich auf eure Kommentare gespannt, vor allem wenn ihr nicht mit mir einverstanden seid.

4 comments for “Sollen wir ältere Mitarbeiter einstellen?

  1. Walter
    9. Februar 2019 um 12:28

    Meines Erachtens, wird zu viel schön geredet etc. die Politik, die Unternehmer alle reden von Mitarbeitern über 50 oder 60, dass viel know how vorhanden ist und diese auch zuverlässiger sind als teils jüngere Arbeiter und dennoch, geschieht viel zu wenig oder es interessiert niemand. Ich bin 56 Jahre alt, ursprünglicher gelernter Bäcker-Konditor, dann über 20 Jahre im Finanzbereich, Börse und auch im Verkauf. Handwerkliche begabt etc. und dennoch man kann sich bewerben von A-Z und es kommen immer dieselben Absagen. Ich hoffe nur, dass diese Leute die solche Entscheidungen treffen vielleicht auch mal in einer gleichen Lage sind, um zu sehen dass dieser Ansatz falsch ist und Ihre Lehre daraus ziehen. Danke

  2. Remo
    1. April 2016 um 20:53

    Es ist nun mal so, dass ältere Mitarbeitende tendenziell mehr erlebt haben als jüngere, sowohl mehr Gutes als auch mehr Schlechtes. Als älterer Mitarbeitender apportiert man das Stöcklein, das der Vorgesetzte geworfen hat, vielleicht nicht mehr mit der gleichen Geschwindigkeit und Euphorie wie das ein jüngerer tun würde. Das hat aber nichts mit geistiger oder körperlicher Flexibilität zu tun, sondern mit der Erfahrung, dass manche Vorgesetzte das falsche Stöcklein in die falsche Richtung werfen. Erfahrung also kann die Euphorie etwas bremsen. Und Erfahrung ist ja lustigerweise das, was gesucht wird.
    Und, richtig, in gewissen Compensation-Systemen wird Erfahrung sogar noch extra entlöhnt, je mehr desto mehr. Demzufolge sind Erfahrenere etwas teurer als Unterfahrenere. Demzufolge sind Ältere etwas teurer als Jüngere. Was ist nun das Problem?

    Hat sich der Arbeitgeber gut überlegt, ob er diese Erfahrung wirklich braucht und wie viel er dafür zu zahlen bereit ist? Stelleninserate strotzen ja vor Anforderungen. Braucht man das alles wirklich? Und kann man es sich leisten?
    Häufig müssen diese grundlegenden Gedanken nicht mehr gemacht werden. Denn irgendwo weit draussen im grossen Europa oder noch weiter draussen, irgendwo auf dieser Welt, existiert er (oder sie), den man früher eierlegende Wollmilchsau genannt hat. Und er (oder sie) ist sicher bereit, für gutes Schweizer Geld zumindest für eine gewisse Zeit oder auch für immer (es ist ja noch relativ schön hier, an gewissen Orten) seine Zelte (vielfach seine Villa) hier aufzuschlagen.

    Wieso in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Aufgrund der leeren Kassen unserer Sozialversicherungen wird das Rentenalter sowieso erhöht werden müssen, besser früher als später. Vernünftige Arbeitgeber, das sind solche, welche auch das Gemeinwohl im Auge haben, täten gut daran, schon heute zu üben, wie es ist, Ältere einzustellen. Wer dies jetzt macht, wird später Vorteile haben. Weil irgendwann kommt der immerhin in der Bundesverfassung festgelegte Inländervorrang, und irgendwann wird die Bevölkerung in der Schweiz merken, dass die Zuwanderung mehr Probleme als Lösungen bietet. Und dann schlägt die Stunde der Älteren, der Frauen, vielleicht sogar der Behinderten. Dann wird es heissen: Alle Mann an Deck! Und es wird der Schweiz, ihren Arbeitgebern und den Arbeitnehmenden gut tun – den Sozialversicherungen (inkl. Arbeitslosenkasse) sowieso.

  3. Daniel Schlachter
    22. März 2016 um 19:45

    Danke für den Artikel – auch wenn ich in diesen gut 5 Minuten viel könnte, müsste, hätte und und und hörte.

    Dass eine Person mit über 60 Jahren es eher schweer haben wir, als Geschäftsführer etc. einsteigen zu können, liegt für mich auf der Hand. Bewirbt man sich jedoch auf einen Job auf einer tieferen Hierarchiestufe, geht schon die Angst um, dass diese Person eh nur so lange kommt, bis sie einen besser bezahlten Job erhält. Haben die Arbeitgeber dermassen schlechte Erfahrungen gemacht, dass sie sich nicht einmal mehr trauen, ein entsprechendes Gespräch zu führen, sondern das Dossier sofort auf den Absagestapel werfen und dann mit 0815 Texten die BewerberInnen beglücken? Oder fehlt der Mut? Bei jungen Angestellten hat der Arbeitgeber auch keine Garantie, dass seine Investition – und ein Neueintritt ist immer eine Investition – sich nicht bezahlt machen wird.

    Ja es bleibt spannend auf dem Arbeitsmarkt. Die Entwicklung geht aber eindeutig in ein Schablonendenken. Dies hilft sehr gut keine Verantwortung mehr für einen Entscheid zu übernehmen.

  4. Christina Bingel
    22. März 2016 um 14:13

    Für mich unverständlich das noch keiner einen Kommentar dazu geschrieben hat.
    Das was gesagt wurde, trifft den Nagel auf den Kopf. Es ist der heutigen Situation so, dass man mit Mitte 40 so wie ich, Probleme haben einen Job zu bekommen.
    Nun ist es so, das ich aus dem Kaufmännischen und aus der Gesundheitsbranche komme. Ich habe mich mehrfach in Inseraten umgeschaut, die Unternehmen rein gesetzt haben, oder die durch Personalvermittlungen ausgeschrieben wurden. Im folgenden Fall; “ Ein Unternehmen sucht jedes Jahr, mit der gleichen Stellenausschreibung, Bewerber“… das kuriose dabei ist, das man sich bewirbt, aber keine Antwort oder gleich innerhalb der 5 Minuten eine Absage bekommt. Hierbei kommt mir eine Vermutung hoch, das nur Daten gesammelt werden. Auch kommt es mehrfach vor. das Unternehmen schreiben, Französisch, Italienisch, Schweizerdeutsch, Deutsch, Spanisch neuerdings kommt auch schon Arabisch, Türkisch oder Chinesisch vor. Arbeitnehmer sollten 35 Jahre alt sein, aber so wie es scheint 30 Jahre Berufserfahrung mitbringen, aer wer hat das schon??? Ich selber habe schon mich mehrfach beworben, doch es hageln immer mehr Absagen rein, wie: Sie sind zu überqualifiziert… Nun ich denke das jeder bei solch einer Äusserung, seine Gedanken macht. Ich möchte gerne auf die Ausschreibungen zurück kommen, die Anforderungen sind zu hoch !!! Und jeder weiss, das es im Unternehmen doch ganz anders läuft, als es ausgeschrieben wurde. Ich erinnere mich an einem guten Freund, er erzählte mir das es vor 10 Jahren nicht so schlimm war, man war nicht so auf diese Diplome fixiert. Man könnte meinen, dass man auf einer Stelle auf die man sich bewirbt, 3 Diplome mit beilegen müsse.

    Was das Alter betrifft, JA….. da sind die Unternehmen für mich einerseits zu engstirnig. Man kann auch Kompromisse eingehen, seitens des Arbeitgebers und des Arbeitnehmers. Wer meint, das die älteren Bewerber nichts im Kopf hätten, oder zu langsam seien, nun der täuscht. Natürlich tritt in einem bestimmten Alter, ein Alterungsprozess ein, ohne Zweifel. Doch man ist nie zu alt um Neues zu erlernen. Und sind wir mal ehrlich…. Wir werden alle älter !!

    Was mich besonders trifft sind auch die Vorurteile der Unternehmen, gegenüber der älteren Bewerber aber auch gegenüber den jungen Bewerbern. Junge die Ihre Schule abgeschlossen haben und sich in einem Unternehmen bewerben, die sollen mit einmal Kenntnisse von 2 – 5 Jahren mitbringen.

    Ich möchte den Unternehmen aber auch den Personaldienstleistern ins Gewissen reden, Keine Vorurteile von älteren Bewerbern. Wie gesagt es gibt Kompromisse die man eigehen kann. Und vor allem… !!! WICHTIG ist die persönliche Vorstellung im Unternehmen der Bewerber, das nicht alle eingeladen werden können, das ist jedem klar. Aber man sollte sich die Person auch persönlich ansehen und dann seine Meinung bilden. Unterlagen sind ja gut und schön, aber die sagen nichts weiter aus. Wie ich es schon mitbekommen habe, gibt es natürlich auch Personaldienstleister, die es nicht wünschen, dass man persönlich vorbei kommt, sondern nur die Unterlagen zusendet.

    Das ist für mich sehr unpersönlich !!! Denn man in einem persönlichen Gespräch mit der Person, viel merh erfahren als nur von den Unterlagen, die man in den System eingibt.

    Ich hoffe, das es Unternehmen gibt und Personaldienstleister die dieses mal zu Herzen nehmen. Denn ihr könnt nicht in den Menschen rein schauen.
    Vielleicht ist einer besser im Umgang mit den Menschen, der es nicht gelernt hat.
    Aber der andere der es gelernt hat, unpersönlich und egozentisch ist..

    Man darf die ältere Generation nicht ins Vergessen schieben, dann gründet doch
    ein Unternehmen, indem Junge und ältere Generationen zusammen treffen und gegenseitig von lernen können. So hat das Unternehmen etwas davon.

    Nun bin auch gespannt, wie viele negativen oder vielleicht aber auch positive Meinungen rein kommen.

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