Industrie 4.0 – und die Gesundheit?

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Blogger-Vignette-07_BlogDie Industrie 4.0 wird die Arbeitsplätze in der Schweiz nachhaltig verändern. Monotone körperliche Tätigkeiten werden zunehmend durch Maschinen ersetzt und Arbeitsplätze von un- oder angelernten Mitarbeitenden fallen weg. Im Gegenzug dazu entstehen zusätzliche Arbeitsplätze für hochqualifizierte Mitarbeitende mit gutem technologischem Wissen. Diese Veränderung wird die Produktivität der Arbeitswelt steigern. Welche Konsequenzen für die Gesundheit der Arbeitnehmenden sind zu erwarten?

Arbeitnehmende können Ihre Aufgaben von überall her ausführen. Die Maschine benötigt keinen Menschen mehr, der neben ihr steht, während sie arbeitet. Das Arbeiten ist nicht mehr an fixe Zeiten gebunden. Gearbeitet werden kann rund um die Uhr – Freizeit kann jedoch ebenfalls rund um die Uhr genossen werden. Diese neuen Arbeitsformen führen dazu, dass Arbeitnehmende durch den Wegfall von Kontrollen ihrer Arbeitsbelastung eine viel höhere Eigenverantwortung bezüglich ihres Gesundheitsverhaltens wahrnehmen müssen. Die Gefahr der interessierten Selbstgefährdung steigt kräftig an. Interessierte Selbstgefährdung bedeutet, dass der Arbeitnehmende von seiner Arbeit dermassen gefangen, begeistert und eingenommen ist, dass er dabei seine Gesundheit vergisst und sich dauernd emotional, zeitlich und belastungsmässig überfordert und dabei emotional erschöpft und krank wird. Lernt der Arbeitnehmende der Industrie 4.0 nicht, mit seinen Ressourcen haushälterisch umzugehen, besteht eine hohe Gefahr, dass er an Stressfolgekrankheiten leiden wird. Die Burnout-Rate hat sich in Deutschland in den letzten 10 Jahren versiebenfacht.

Wollen Arbeitgeber weiterhin eine hohe Produktivität mit tiefen Gesundheitskosten der Belegschaft haben, sind sie gut darin beraten, ihren Mitarbeitenden beizubringen, wie diese mit ihren Ressourcen nachhaltig umgehen können und sie zu befähigen, die Eigenverantwortung bezüglich ihrer Gesundheit wahrzunehmen.

1 comment for “Industrie 4.0 – und die Gesundheit?

  1. 14. Januar 2017 at 23:32

    Gut, dass dieses Thema aufgenommen wird. Bedenklich meines Erachtens, dass Lesbares, Veröffentlichtes, praktisch nur auf den Arbeitnehmer fokussiert ist. Kaum ein Thema ist: Was bedeutet dies für Führung, für die Vorgesetzten, das Management. Hierzu hat R.K. Sprenger in seinem Buch „An der Freiheit des anderes kommt keiner vorbei“ viel Gutes geschrieben. Mit den massiven Veränderungen, die bereits begonnen haben, müssen sich vor allem Führungsverhalten ändern. Die künftigen Anforderungen an das Management sollten gleichermassen thematisiert werden, wie diejenigen, an die Arbeitnehmer.

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