Das Ende der Stellenanzeigen – hoffentlich!

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Würden Sie ein Hotelzimmer buchen ohne Bilder, ohne Referenzen und ohne einfache und sichere Buchungsmethode? Oder bei Zalando ein Produkt bestellen, wenn die Hose, das Shirt oder die Schuhe nur mit Lauftext beschrieben wären – ohne ein Bild dazu? Was das mit Stellenanzeigen zu tun hat? Lesen Sie hier, wie viel Potenzial Sie haben, um Kandidat*innen besser zu informieren und bessere Kandidat*innen einzustellen.

Entstanden ist das Inserat in einer Zeit, in der Firmen Mitarbeitende fast ausschliesslich selektionieren mussten. Von «War for talents» war noch keine Rede. Die Checkliste der Erwartungshaltung an die Kandidat*innen, mit einem Logo sowie zwei Zeilen Firmeninformationen, die sich mehr gleichen als ein Ei dem anderen. Damit den Kandidat*innen ein gutes Bild Ihrer Firma und Ihrer Vakanz zu vermitteln, ist schlicht unrealistisch. Hier eine unvollständige Aufstellung der Schwächen eines Inserates:

  • idealisierte Erwartungshaltung der HR-Abteilung an die Traumkandidat*innen
  • es nimmt den Fachkräften oft den Mut, sich trotzdem zu bewerben
  • oft gehen dadurch gute Kandidat*innen verloren
  • Worte und Texte können ganz unterschiedlich interpretiert werden
  • eine Firma kann noch so gut beschrieben sein – es entsteht nie ein authentisches Bild
  • der Platz ist immer zu klein, da zu teuer
  • usw.

Nun ist es so, dass die ganze HR-Industrie – inklusive Jobplattformen – nach wie vor hauptsächlich auf Anzeigebasis funktioniert. Die grossen «Fortschritte» wurden fast nur in der Distribution bzw. Reichweite gemacht. Aber was nützt es, wenn meine «schlechte» Anzeige statt 100 Kandidat*innen 1000 erreicht? Ausser mehr Arbeit in der Selektion kaum eine Verbesserung.

Zalando und Booking.com – ich könnte auch Homegate, Autoscout oder sonst ein Produkt- und Dienstleistungsanbieter nehmen – leben vom Content, sprich der Visualisierung ihres Angebots. Diese Visualisierung ist haargenau auf die Wünsche der «Käufer*innen» abgestimmt.
Je mehr relevante Informationen ich als Interessent*in empfinde, desto besser und schneller entscheide ich, was zu mir und meinen Bedürfnissen passt. Dieser Mechanismus ist allgegenwärtig – Restaurantwahl, Nachhilfelehrer und TV-Käufe funktionieren genau gleich.

Wir informieren uns online, meist mobil, und verfolgen nur die Angebote und Anbieter, die unser Informationsbedürfnis befriedigen. Eine schnelle und effiziente Übersicht nach dem Motto «alles auf einen Blick», finden wir sympathisch. Der Kaufentscheid kann sofort erfolgen und das Online-Shopping ist nahtlos. Und wie ist es bei Stellenanzeigen? Und bei den jungen und künftigen Fachkräften und Spezialisten?

Die sind sich sogar schon mehr gewohnt. Suchen war gestern, die Angebote kommen zu mir. Auf Social Media, wo sie im Schnitt zwei Stunden pro Tag verbringen, profitieren sie von raffinierten Algorithmen, die ihnen nur jene Angebote zeigen, die für sie aufgrund ihres Online-Verhaltens und ihres Profils relevant sind.

Kein Wunder, will sich diese Generation nicht mehr mit Stellenanzeigen rumschlagen. Oder wie sehen Sie das?

Und hier die gute Nachricht:

  1. Sie können die «Werbeindustrie-Effekte» im HR genauso nutzen.
  2. Sie können alles «as a service» einkaufen – zu vernünftigen Kosten.
  3. Sie erreichen nicht nur die Suchenden, sondern alle potenziellen Arbeitnehmenden (Active Sourcing – as a service).
  4. Sie können alles ( ja, alles!) messen (lassen) und die Investition bei Ihrem Budget optimieren.
  5. KMUs können sich auf Augenhöhe mit Grossunternehmen präsentieren.

Klingt das immer noch nach sehr viel Arbeit? Haben Sie Respekt vor dem Unbekannten? Beides legitime Punkte, aber ich kann Sie beruhigen. Viele Personalleiter*innen und HR-Abteilungen sind den Weg schon gegangen und äusserst erfreut. Der Initialaufwand beschränkt sich auf Videos, Bildmaterial, Interviews und ein besserer Bewerbungsprozess. Auch hier müssen Sie kein Experte sein, sondern können alles als Komplettlösung testen. Mit kleinem Aufwand und auch mit kleinen Budgets.

Achten Sie deshalb bei der Wahl Ihrer Rekrutierungspartner vor allem darauf, ob genau diese Punkte berücksichtigt und ob Sie bei der Erarbeitung der Inhalte unterstützt werden. Nur mit einer authentischen Präsentation über die richtigen Kanäle erreichen Sie Ihre Wunschkandidat*innen. Die Reichweite über Social Media und der Inhalt Ihrer Information sind zentral. Und das ist gut so. Am Ende profitieren die Menschen von der besseren Information und Sie von informierten, geeigneten Bewerber*innen.

1 comment for “Das Ende der Stellenanzeigen – hoffentlich!

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