Bewegte und bewegende Stelleninserate

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Ich wollte eigentlich heute meine ersten Künste als Videofilmer der Öffentlichkeit – also Ihnen – vorführen. In Venedig findet ja aktuell das Filmfestival statt und in dieser Liga sehe ich mich schliesslich auch. Nun gut, ich fasse mich kurz: Mein erster Videoblog muss noch bis zum nächsten Mal warten. Nicht dass Sie denken, ich wäre nicht parat – ich will Sie einfach noch etwas auf die Folter spannen…

Im Ernst. So Videos sind eine feine Sache. Sie lassen Menschen zu Menschen sprechen, machen die Unternehmenskultur anschaulich und zeigen Mensch und Organisation auf eine unterhaltsame Weise. Somit ist klar: Videos sind ideal, um in den Werbeinseraten für Stellen im Internet für Furore zu sorgen. Doch erstaunlicherweise passiert das noch kaum und männiglich, das gilt auch für Frauen, setzt auf die (angeblich) bewährten Stelleninserate im Look and Feel der 1960-er Jahre. Vielleicht ist aber ja auch Retro der Trend unserer Zeit und ich habe ihn mal wieder verschlafen. Wie dem auch sei: Die Vorteile von Stelleninseraten mit integrierten Videos liegen auf der Hand – oder im Bauch, um die emotionalen Werte von Videos treffender zu formulieren:

  • Videos in Stellenanzeigen entsprechen den Mediengewohnheiten der Generation Y – und immer stärker auch ihrer Eltern. Oder blättern Sie etwa noch im Quelle-Katalog?
  • Erinnern Sie sich an die AIDA-Formel? Gut. Videos sind das gelebte «A» in der Personalwerbung – ach was: Sie sorgen auch für Interesse, verstärken den Wunsch, beim Unternehmen zu arbeiten und sind vielleicht letztlich sogar mit ein Beweggrund für die Bewerbung (Action).
  • Inserate mit Videos werden länger angeschaut, und wie: Die Verweildauer ist fast doppelt so lang, ergab eine Studie der Universität Frankfurt am Main /CHRIS und von Monster.

Vorbilder – zum Abschauen schön

Eine Blitzumfrage von Professor Dr. Jäger von der Hochschule RheinMain bei 280 Personalern im Rahmen eines Webinars ergab, dass drei von vier HR-Profis davon ausgehen, dass künftig in Stelleninseraten mehr audiovisuelle Elemente und weniger Text zu finden, bzw. zu sehen oder zu hören sind. Dieser Professor Jäger ist übrigens nicht nur ein absoluter Vorreiter und –denker in Sachen Mediennutzung im HR, sondern auch ein feiner Typ. Darum steht er demnächst auf meinem Blog vertiefter Red und Antwort zum Thema Stelleninserate und Video.

Also, fast alle glauben an die Zukunft von Videos in Stelleninseraten. Doch warum Zukunft? Die Stellen wollen doch jetzt, hier und heute besetzt werden, oder? Von einem Videoboom ist aktuell noch  wenig zu sehen. Dabei beweisen gerade auch Unternehmen in der Schweiz, dass das sehr wohl funktioniert. Lassen Sie sich doch einfach inspirieren, zum Beispiel von den Stelleninseraten der Swisscom, dem Kinderspital Zürich (dem Gewinner der HR Excellence Awards 2014 in Berlin!) oder den neuen, zauberschönen Inseraten der SBB mit zum Beispiel diesem Imagevideo. Und die VBZ haben auch schon das eine oder andere Videoinserat geschaltet.

Übrigens: In der Schweiz kosten Inserate mit eingebundenen Videos bei der Schaltung keinen Rappen mehr. Noch ein Grund, endlich mehr Bewegung in den nach wie vor wichtigsten Werbekanal in der Personalwerbung zu bringen. Das gesparte Geld investieren Sie dann am Besten in eine professionelle Videoproduktion – nicht dass es am Ende noch so herauskommt:

 

3 comments for “Bewegte und bewegende Stelleninserate

  1. 10. September 2015 at 14:21

    Lieber Jörg

    Seit bald 5 Jahren, wissen wir und unsere mutigen Kunden, dass Video-Anzeigen die eben mehr Aussagen wie „Anforderungen“ und „Aufgaben“ schliesslich mehr Klicks, Beachtung, Rücklauf und Erfolg generieren. Hier sei schon einmal ein „Kränzchen“ dem Kantonalen Steueramt ZH gewidmet. Diese haben nach der erfolgreichen ersten Serie ihres Image- und Jobvideo, die 2 Auflage am Start. Ein tolles Beispiel, wie sich ein „unbeliebtes Amt“ über die Diversität ihrer internen Human Ressource authentisch präsentiert.

    http://livejobs.ch/profile/kantonales-steueramt-zuerich/

    Die HRM-Gilde scheint aus Verwaltern und eben nicht aus Personalmarketeers und Innovatoren zu bestehen. Zudem werden diese mit wenig Kompetenzen, Budget und Perosnalressourcen versorgt. Personalmarketing besteht bei vielen Unternehmen nicht oder beschränkt sich auf die alten und bekannten Massnahmen – da man für neues eh schon keine Zeit hat. Ich wünsche mir experimentierfreudigere, mutigere Personalfachleute, die mit der Zeit gehen und nicht nur auf den ausgetretenen Wegen jammernd weitermarschieren! Roger

  2. 10. September 2015 at 10:20

    Eben noch wollte ich einstimmen und noch einmal die These wagen, dass gerade mit den Möglichkeiten moderner Smartphones und einfacher Schnittprogramme vieles machbar ist. Wobei allen Bemühungen voran eine solide Idee entwickelt sein muss. Anschließend kann das vorhandene Equipement als das genutzt werden, was es ist – Hilfsmittel.
    Nach Ansicht der Vitaminspritze in Sachen Recruitingvideo habe ich dann doch meine Zweifel. Unprofessionell ist und bleibt unprofessionell. Und wird durch das beherzte Engagement der Macher zwar authentisch, aber nicht zielführend.

    In diesem Sinne, lieber Jörg, freue ich mich auf deinen ersten Videoblog 😉 Ich selbst hadere auch schon seit langem mit einem eigenen Format. Vielleicht inspirieren wir uns ja gegenseitig. Ob wir es besser hinbekommen als gezeigtes Beispiel überlassen wir dann der Expertenmeinung…

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