Aber wer ist für die digitale Transformation zuständig?

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Unternehmen erkennen immer deutlicher, dass nicht nur die marktorientierten Bereiche wie Marketing und Verkauf durch die digitale Revolution herausgefordert sind. Vielleicht sind die ressourcenorientierten Abteilungen wie HR und IT noch viel mehr betroffen, beeinflussen sie doch massgeblich, wie schnell sich ein Unternehmen seiner Umwelt anpassen kann. Neue Produkte reichen nicht, es braucht Innovationen in der Art und Weise, wie wir arbeiten, führen und managen.

Die digitale Transformation eines Unternehmens wird also zum zentralen Wettbewerbsfaktor. Offensichtlich ist die Notwendigkeit, Markt- und Ressourcenseite aufeinander abzustimmen und die Digitalisierung nicht nur als technische sondern auch als kulturelle Veränderung zu betrachten. Wie aber sollen Unternehmen die Digitalisierung angehen? Organisatorisch gibt es vier Möglichkeiten, um die Transformation voranzutreiben:

  • Ernennung einer verantwortlichen Person: Ähnlich wie bei der Diversity oder der Nachhaltigkeit wird die digitale Transformation an eine Person delegiert, die dann als Schnittstelle und Pacemaker agiert.
  • Erarbeiten einer Digitalisierungsstrategie: Die Digitalisierungsstrategie gibt vor, wo sich ein Unternehmen im Hinblick auf Hardware, Software, Kompetenzen und Kultur verbessern will.
  • Einrichten eines Departements für Digitalisierung: Eine neue Abteilung steuert markt- und ressourcenseitig die Weichen für eine digitale Zukunft, dabei werden Risiko- und Investitionsmanagement in Bezug auf die Digitalisierung zentralisiert.
  • Gründen eines internen Thinktanks: Ein Unternehmen im Unternehmen bringt unkompliziert und rasch die Innovationen hervor, die für das Überleben in der digitalen Wirtschaft notwendig sind.
Varianten-Digitalisisierung-Tabelle

Die vier Varianten, um eine Transformation voranzutreiben.

Nicht für jedes Unternehmen eignet sich dieselbe Lösung. Ein Thinktank macht wohl besonders für Unternehmen Sinn, die sich einen grossen Rückstand bezüglich Digitalisierung eingefangen haben oder aktiv durch neue (branchenfremde) Konkurrenten bedroht sind. Anders drängt sich eine Digitalisierungsstrategie besonders für Unternehmen auf, die über eine sehr dezentrale Struktur mit starken Einheiten verfügen.

Letztlich handelt es sich in der Handhabung der digitalen Transformation um eine Innovationsstrategie. Diese zeigt, wie die Fähigkeit des Wandels aufrechterhalten werden soll. Das heisst auch: Unternehmen, die den digitalen Wandel verschlafen, wird es in einigen Jahren nicht mehr geben. Dieselbe Erkenntnis gilt für HR. Erarbeitet es sich keine starke Position in der Bewältigung des digitalen Wandels, wird es HR in einigen Jahren in dieser Form nicht mehr geben.

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