Weshalb Homeoffice gut für Ihre Arbeitgebermarke ist

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Employer-BrandingÖfters lese ich, wie schwierig sich die virtuelle (Zusammen-) Arbeit für viele gestaltet. Führung, Kollaboration, Kultur. Alles geht flöten. Mein Appell: Entspannen Sie sich und lernen Sie, die vielschichtigen Chancen zu nutzen.

Natürlich – es gibt systematische Nachteile bei gewissen persönlichen Voraussetzungen. Limitierter Wohn-, Lebens- und Arbeitsraum schränken ein. Der sich ebenfalls im Homeoffice befindende Partner entpuppt sich bei genauerer Beobachtung seines beruflichen Seins als schwieriger Zeitgenosse. «Zum Glück haben wir nur eine Beziehung und müssen nicht zusammen arbeiten», mag sich so manch eine/r denken. Von den Herausforderungen des Home-Schoolings bei einem oder mehreren Kindern, organisatorischen zusätzlichen Betreuungsaufwänden, Quarantänemassnahmen oder gar Krankheiten mag ich nicht sprechen. Alleinerziehend in dieser Phase? Ja, schwierig, herausfordernd. Sehr sogar.

Aber sehen wir es doch auch so: Videokonferenzen bringen uns oft näher, als uns ein Smalltalk im Geschäft je gebracht hat. Zumindest im individuellen Austausch. Manchmal sogar in der Gruppe. Neue Rituale entstehen. Dafür bleiben lästige Zurufe zwischen Tür und Angel weg und sorgen nicht für zusätzliche und unkoordinierte Arbeitslast. Wir kriegen private Einblicke in Wohnsituationen. Menschen, die Privates und Geschäftliches strikt trennen (wieso eigentlich?) öffnen sich. Zwar gezwungen, aber vielleicht merken sie: Ist ja gar nicht so schlimm! Plötzlich analysieren wir einzelne Umgebungen, sprechen über private Befindlichkeiten, lachen über das Souvenir im Bildhintergrund oder die Katze, die es sich genau jetzt auf der Tastatur bequem machen will. Geht es Ihnen manchmal auch so, dass sie zuerst 10 Minuten über Privates reden und so ganz neue Einsichten über Kolleginnen und Kollegen gewinnen? Das heisst nicht, dass Sie geschäftliches vernachlässigen. Im Gegenteil: Hat das nicht manchmal eine Qualität, die wir zuvor nicht kannten? Vermutlich kompensieren wir damit fehlende reale soziale Kontakte. Und wenden das bewusst oder unbewusst als psychohygienische Massnahme an. Intrinsisches BGM sozusagen! Aber vielleicht projiziere ich auch nur zu stark von mir auf andere…

Wir merken, wie wir zunehmend besser in digitalen Anwendungen werden, coachen andere dabei, besser zu werden. Wir merken: es klappt. Wir sparen unglaublich viel Zeit beim Pendeln. Hinterlassen einen viel besseren ökologischen Fussabdruck als je zuvor.

Was davon wird bleiben, was nicht? Wenn Arbeitgeber als Ermöglicher dieses Wandels vorangehen, diesen Prozess aktiv gestalten, lernen und sich entwickeln, dann wird sich das auszahlen. Sie ermöglichen so einen Identifikationsprozess zum Unternehmen, der nicht nur nachhaltig ist, sondern immer mehr zur neuen Realität wird. Die jüngeren Zielgruppen und ihre Anforderungen an Arbeitgeber lassen grüssen. Damit zahlen Sie direkt auf Ihre Arbeitgebermarkenbildung ein und sichern so ihre Zukunftsfähigkeit.

2 comments for “Weshalb Homeoffice gut für Ihre Arbeitgebermarke ist

  1. 25. Februar 2021 um 17:58

    Ja, da schliesse ich mich Frau Susanne Schild an. Ich bin auch sehr gespannt ob dieses flexible Arbeiten / Homeoffice auch für Männer in Kaderpositionen nach der Pandemie bestehen bleibt. Ich hoffe schon! Natürlich ist Homeoffice eine Umgewöhnung – und sollte kein Dauerzustand sein. Aber es hat auch gewisse Vorteile. Ich habe seit den Kindern und meiner Selbständigkeit, schon immer im Homeoffice gearbeitet und kenne nur zu gut den Balance-Akte zwischen effektiven Arbeiten und dem Wäscheberg der sich türmt. Aber mein Mann hat auch es auch genossen mehr Zeit zu Hause zu verbringen. Das gemeinsame Mittagessen ist total toll, und das werden wir bestimmt vermissen, wenn das Homeoffice wieder aufgehoben wird. 1-2 Tage wird mein Mann allerdings vermutlich auch weiterhin von zu Hause aus arbeiten, da er hier genauso effektiv ist wie im Office. Mal schauen bei wie vielen Schweizer Firmen das auch so bleiben wird.

  2. 25. Februar 2021 um 10:57

    Danke für diesen Beitrag.
    Ich bin sehr gespannt, wie es in den Schweizer Firmen mit Homeoffice weitergeht, wenn die Pandemie vorüber ist …

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