Drei Fragen für ein Halleluja

Print Friendly, PDF & Email

«Die richtigen Talente ins Unternehmen bringen und diese so fördern, dass sie mit ihrem Können massgeblich den Erfolg prägen.» So in etwa könnte der sehr allgemeine Auftrag von HR lauten. Für ein unternehmerisches Halleluja, braucht es allerdings mehr. Eine HR-Strategie. Die Erarbeitung einer solchen ist kein Hexenwerk. Hier sind die drei wichtigsten Fragen auf dem Weg zu einem guten Plan für Ihre HR-Abteilung.

Als erstes gilt es den Kontext abzustecken. Eine HR-Strategie muss immer einen Beitrag zur Gesamtausrichtung des Unternehmens leisten. Organisches Wachstum heisst sich für den Personalaufbau bereitzustellen. Wachstum durch Zukäufe braucht in der Regel Change-Kapazitäten.
Kosteneinsparungen rufen nach hohen emotionalen Kompetenzen. Eine gute HR-Strategie kümmert sich also weitsichtig um Personalbelange, die das Unternehmen zur Erreichung seiner Ziele braucht.

Die wichtigsten Fragen dabei sind:

1. Können wir?

Haben wir die richtigen Fähigkeiten, Erfahrungen und Kompetenzen im Unternehmen? Das Bild einer Fussballmannschaft, die sich auf die Saison vorbereitet, kann hier helfen. Haben wir genug Verteidiger? Den richtigen Trainer und die richtigen Stürmer? Wovon brauchen wir mehr oder weniger? Wollen wir in der neuen Saison mit einem anderen System spielen? Wie müssen wir die Spieler*innen vorbereiten? Braucht es frisches Blut oder holen wir eine erfahrene Spielmacherin aus einer anderen Mannschaft dazu?
Für die Personalarbeit gilt es die Schwerpunkte für die Rekrutierung und Ausbildung zu setzen. Dazu gehört auch ein klares Bild für die Nachfolgeplanung und die interne Förderung der Talente.

2. Wollen wir?

Haben wir den nötigen Antrieb, um die geforderte Leistung zu erbringen? Sind die Ambitionen allen klar? Wie schätzen wir den Erfolgshunger ein? Was können wir tun, damit die Mission des Unternehmens erlebbar wird? Bleiben wir beim Mannschaftssport: Wo finde ich Führungsspielerinnen, die die Kolleginnen mit auf den Weg nehmen? Kann ich Zwischenmotivationen anbieten? Wie kann ich die Entschädigung und die Wertschätzung der Leistung so setzen, dass die Mannschaft als Team funktioniert und optimale Leistungen abrufen kann?
Im HR müssen wir dabei die Entschädigungspolitik im Auge haben, die Leistungsmessung und die Entwicklung der Führungskräfte.

3. Dürfen wir?

Haben wir die richtigen Strukturen, die richtigen Prozesse und das richtige Umfeld, um gut zu arbeiten? In der Sportmannschaft bedeutet das: Wie viel trainieren wir? Wo steht ein optimales Trainingsgelände zur Verfügung? Welche Rituale nutzen wir? Wie schaffen wir optimale Trainingsbedingungen?
In der Personalarbeit geht es um Arbeitsmodelle, Infrastruktur, Organisationsmodelle, Entscheidungsstrukturen, Rollenverteilung.

Für alle drei Schlüsselfragen gilt: Welche Massnahmen leite ich ein und welches Budget brauche ich dafür? Gelingt es die «Clubleitung» zu überzeugen?

Fazit

Was hier stark vereinfacht ist, wird in vielen Unternehmen dennoch sträflich vernachlässigt. Wer sich im heutigen Umfeld gut bewegen will, braucht eine klare strategische Orientierung. Das gilt ganz besonders für die Personalarbeit. Diese rückt im Kontext von Digitalisierung, Unsicherheiten durch die Pandemie und dynamische Marktentwicklung ins Zentrum der Erfolgssuche eines jeden Unternehmens. Uns ist oft nicht bewusst, welch wichtige Rolle HR in der Gestaltung von nachhaltigem Unternehmenserfolg hat. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran: Arbeiten Sie an Ihrem Halleluja.

Tipp:

Instrumente wie Denkplan® helfen in der Analyse der aktuellen HR-Landschaft und in der Ausgestaltung der strategischen Handlungsfelder zu Projekten und Vorhaben mit Hand und Fuss.

2 comments for “Drei Fragen für ein Halleluja

  1. Valentina Horisberger
    3. Dezember 2021 um 10:33

    Schön als Theorie und effektiv wenn das Modell gelebt werden darf/kann. In der Umsetzung hapert es jedoch noch gewaltig. Zwingend zum Gelingen ist die Wahrnehmung des HR’s als Mitspieler in der obersten Führungsmannschaft. Als erstes gilt es die Akzeptanz der HR-Rolle im Unternehmen zu verankern und mit der dazu nötigen HR-Kompetenz zu überzeugen um als Teil des Unternehmenserfolges zu gelten. Die Erkenntnis, dass das HR als «Verwaltungsapparat» als rein ausführendes Organ längst ausgedient hat, gehört mitunter dazu.

    • 3. Dezember 2021 um 11:26

      Hallo Valentina
      Sehr treffend formuliert. HR als administrative Hilfskraft der Organisation hat ausgedient. Aus zwei Gründen. Erstens werden administrative Arbeiten gerade haufenweise digitalisiert. Zweitens können durch die vereinfachte Handhabung viele Aufgaben externalisiert werden oder zurück in die Linie gehen.

      Aber: Die strategische Bedeutung der Personalarbeit ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für ein zukunftsfähiges Unternehmen. Der Umgang mit dynamischen Entwicklungsszenarien, neuen Arbeitsformen, neuen Organisationsformen und der Optimierung der Ressourcen sind zentrale Erfolgsfaktoren. HR bekommt damit als Funktion eine neue Bedeutung und steht selbst im Fokus des Wandels. Das heisst: Aufhören sich darüber zu beklagen, dass man nicht in der GL sitzt. Leistungen erbringen, die derart viel strategischen Mehrwert bringen, dass man automatisch in jede GL-Sitzung eingeladen ist…

      Danke für den wertvollen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.