Von der Kunst, Menschen anzusprechen

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Tja, fast hätte uns die Nationalbank die Lösung für den Fachkräftemangel, der uns droht und in gewissen Branchen längst Alltag ist, pfannenfertig ins Osternest gelegt. Fast. Doch die Eurokrise wird die Schlagzeilen nur kurzzeitig dominieren und unsere mittelfristigen Herausforderungen in der Ansprache neuer Mitarbeitenden nicht lösen. Wäre ja auch zu schön gewesen. Doch alternde Belegschaften, Pillenknick, Kontingente für Ausländer oder die Akademisierung in den klassischen Berufswelten sind harte Fakten, die sich nicht einfach durch den schwachen Euro in die Ausverkaufsregale des Personalmarketings legen lassen.

Wirtschaftsverbände und Unternehmen verfolgen richtige Ansätze, die Erfolg versprechen. Das Potenzial der Frauen soll besser genutzt werden. Der Stigmatisierung älterer Arbeitnehmenden wird der Kampf angesagt. Berufsfelder sollen auch für Menschen geöffnet werden, die in das Soll-Profil hineinwachsen können. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie soll gefördert werden. Der Fokus richtet sich wieder stärker darauf, die in der Schweiz schlummernden Potenziale besser abzuschöpfen. Das ist gut so und einer der positiven Aspekte des Nachwuchsproblems auf dem Schweizer Arbeitsmarkt. Ich möchte ein weiteres „to do“ für uns Personaler hinzufügen: Menschen ansprechen.

Menschen frechmutig ansprechen

Menschen ansprechen? Das ist wohl die Grundkompetenz von uns Personalern, werden Sie denken. Vielleicht, ja. Und doch glaube ich, dass in diesem Bereich ein Rollenwandel im Gange ist. Denn wir sind noch geprägt von Jahrzehnten, in denen das Post-and-Pray-Prinzip in der Ansprache neuer Mitarbeitenden wunderbar funktionierte. Inserat schalten, abwarten, anstellen. Der Bewerber als Bittsteller bei uns HR-Fürsten. War eine tolle Zeit, funktioniert aber immer weniger. Jetzt müssen wir von den Bewerbenden lernen. Uns selber anpreisen, uns verkaufen. Und das ist durchaus eine Kunst. Dazu braucht es Kommunikationskompetenz, Marketingwissen und Frechmut, also die ganz persönliche Einstellung, mutig einfach etwas zu wagen und in der Ansprache der Zielgruppen professioneller und kreativer zu werden. Die kunstvolle Inszenierung der Personalwerbung betreiben aktuell die Verkehrsbetriebe Zürich, die stellvertretend für ihre über 1000 Mitarbeitenden hinter den Kulissen vier dieser unsichtbaren Talente aufsehenerregend in den Mittelpunkt rücken. Die crossmediale Kampagne erzählt die Geschichten von Mitarbeitenden aus Mangelberufen, ohne die im Zürcher Verkehr nichts mehr gehen würde, mit starken Bildern und verblüffenden Elementen.

1 comment for “Von der Kunst, Menschen anzusprechen

  1. 24. April 2015 at 6:20

    … Menschen suchen Menschen und hinter Menschen stehen Geschichten. Story Telling funktioniert, man muss es nur machen

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