Über Sinn und Unsinn von Dresscodes

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Praxis-MinutesBraucht es eine sogenannt professionelle Kleidung, um einen guten Job zu machen? Oder sind Dresscodes ein alter Zopf, den man schon lange abschneiden sollte?

 

 

 

Im heutigen Podcast mache ich mir Gedanken zu den folgenden Themen:

  • Wann ist ein Dresscode hilfreich oder sogar notwendig?
  • Was ist, wenn es zwar offiziell keinen Dresscode gibt, dafür aber unausgesprochene Erwartungen und ungeschriebene Gesetze?
  • Wann geht ein Dresscode zu weit?
  • Und schliesslich: Was ist, wenn es tatsächlich keinen Dresscode gibt, kann das gut gehen?

5 comments for “Über Sinn und Unsinn von Dresscodes

  1. Remo Baumgartner
    20. Oktober 2020 um 12:56

    Wo Effizienz eine grosse Rolle spielt, trägt man Uniform. Effizienz entsteht nämlich dort, wo man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann. Es darf doch kein Thema sein, wer heute mit welcher Kleidung zur Arbeit erscheint («gepunktet steht ihr aber gar nicht, müsste gestreift sein»; «der hat schon wieder das gleiche an» etc.), wie aufreizend (Thema sexuelle Belästigung) die Kleidung ist, welche Statusunterschiede sie kommuniziert etc.
    Es gibt nichts Schlimmeres als wenn Mitarbeitende während der Arbeitszeit ihre Individualität zum Ausdruck bringen bzw. zur Schau stellen. Heterogenität ist der Tod der Effizienz.
    Mit Schuluniformen würden manche Probleme auf dem Pausenplatz gelöst sein. Mit Uniformen im Berufsleben (bezahlt und gepflegt durch den Arbeitgeber) wäre man nicht nur schneller bei der morgendlichen Entscheidung, was man anziehen soll, sondern Beruf und Privates würden besser getrennt, der Corpsgeist und die Loyalität zum Arbeitgeber wären höher und man wäre bei der Arbeit weniger abgelenkt, somit effizienter.
    Wichtig dabei: Die Uniform muss zweckmässig sein, also funktional, der Corporate Identity entsprechen und angenehm zu tragen. Ja, in dieser Reihenfolge.
    Wer schreit hier wieder nach Diversity? Bei Diversity geht es um Effektivität, nicht um Effizienz. Stehen wichtige Entscheide an oder müssen neue Ideen generiert werden, kann dafür ein uniformfreier Casual Tuesday (am Freitag ist eh kaum mehr einer im Büro) eingeplant werden. Die an diesem Tag getroffenen kreativen Ideen und zukunftsfähigen Entscheide werden anschliessend an den restlichen Tagen effizient und produktiv abgearbeitet.

    • 21. Oktober 2020 um 0:03

      Lieber Remo

      Ich muss gestehen, dein Kommentar hat mich etwas verunsichert. Meinst du das mit einem Augenzwinkern und hast am Schluss das «Smiley» vergessen? Oder ist das tatsächlich deine Meinung?

      Falls letzteres zutrifft, dann haben wir offensichtlich diametral verschiedene Meinungen. Aber auf jeden Fall haben mich deine Aussagen und die Begründungen dazu zum Nachdenken gebracht. Das ist für mich sehr interessant und wertvoll. Ganz herzlichen Dank dafür!

      viele Grüsse
      Etienne

  2. 8. Oktober 2020 um 17:03

    Was ich noch vergessen habe: Das Ganze ist natürlich auch eine Frage der allgemeinen Gepflegtheit – und der Ästhetik…

  3. 8. Oktober 2020 um 15:42

    Lieber Etienne

    Ein Dresscode kann sehr viel Sinn machen: Er kann auch Sicherheit vermitteln, und eine bestimmte Kleidung bewirkt, dass ich mich anders fühle! Schliesslich gehe ich nicht mit den roten Socken und den Bergschuhen in die Oper…. In den Bergen ist eine andere Kleidung funktional und passend als an einem eleganten Event, und dort macht sie hingegen durchaus Sinn (sie braucht auch keineswegs unbequem zu sein!): Sie macht eben z.B., dass ich mich festlich einstimme auf ein Ereignis, und e ist eine Hommage an die Künstler, die oft auch in Frack und langem Kleid spielen.

    Auf der Bank hingegen möchte ich nicht von einem Typen im Kapuzenpulli bedient werden oder von einer Dame, deren Kleidung an einen Bikini erinnert – das passt einfach nicht: Wozu braucht der Typ hinter dem Schalter eine Kapuze? Da komme ich eher auf die Idee, dass er vielleicht der Bankräuber sei und vielleicht an mein Geld wolle… So bringt eben die Kleidung doch eine ganz bestimmte Aussage herüber, das lässt sich nun mal nicht leugnen.

    Das heisst nicht, dass man das an gewissen Orten und in gewissen Situationen nicht auch etwas lockerer nehmen kann – die Krawatte ist sicher nicht mehr immer ein zwingendes Accessoire, kann aber auch reizvoll neu entdeckt werden…. Und weshalb gibt es denn überhaupt so enorm viele Kleiderläden, wenn die Kleidung nicht eine Aussage macht???

    Für mich ist diese Diskussion keineswegs abgeschlossen, sondern sehr spannend. Wenn ich selber gut und vor allem PASSEND angezogen bin, dann muss ich mich nämlich für den Rest des Tages oder des Abends auch nicht mehr darum kümmern: Ich weiss, dass alles stimmt, und kann mich konzentriert um das Inhaltliche, Fachliche, Mitmenschliche usw. kümmern.

    • 9. Oktober 2020 um 15:47

      Liebe Marie Anne

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Wir haben sehr unterschiedliche Meinungen und das macht die Sache extrem spannend.

      Ich hoffe, dass wir früher oder später darüber diskutieren können. Über Anglizismen konnten wir leider auch noch nicht sprechen. Dieses Thema ist für mich ebenfalls noch keineswegs abgeschlossen und ich freue mich darauf ;-)

      Herzliche Grüsse
      Etienne

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