Tag Archive for Organisationsentwicklung

Womenomics: Das ganze Potential ausschöpfen

Super Ausbildung, bereit für den Arbeitsmarkt, zwischen 25 und 30 Jahre alt. Und schon in der Karrieresackgasse. Die Realität dämpft die Erwartungshaltung von jungen Absolventinnen. Natürlich ist die Karriere kein Erfolgsprogramm der ersten Berufsjahre. Karriere ist eine lange Reise. Der Fall von Anna hat aber einen weiteren Haken. Wo sie sich beworben hat, wird nur befördert, wer 100 Prozent arbeitet. Hat eine Frau ein Kind, ist das nahezu unmöglich.

Natürlich können Organisationen nicht jeden befördern, der befördert werden will. Aber wenn Mitarbeitende nicht einbringen dürfen, was sie können, dann liegt Potential brach. Wenn zudem Frauen nach der Familienzeit wegen Einschränkungen den Weg nicht mehr zurück in die Karriereplanung oder gar ins Berufsleben finden, ist das tragisch – und volkswirtschaftlicher Nonsens: Auf Staatskosten ausgebildete Fachkräfte finden keinen Platz in der Praxis.

Warum wir für Jobsplitting sind und wie Leo in ein Fettnäpfchen tritt und sich daraus wieder befreit, erfahrt ihr im heutigen Podcast.

It’s the signals, stupid.

Immer wieder machen «Rückrufaktionen» für Mitarbeiter Schlagzeilen – IBM ist das jüngste Beispiel eines Unternehmens, das sich ernüchtert von der grenzenlosen Freiheit des «work anywhere  anytime» verabschiedet. Wenn der Vorreiter des neuen Arbeitens diesen radikalen Schritt zurück zur Arbeit «Schulter an Schulter» propagiert, so ist er noch bedeutsamer. Wir sollten ihn ernst nehmen und uns mit den Motiven auseinandersetzen – und wenn auch nur, um am Schluss doch in der Entscheidung für mehr Eigenverantwortung und eine Kultur des gegenseitigen Vertrauens bestärkt zu werden.

Reorganisationen – zeitgemäss, alltäglich und nicht selten missbräuchlich

Blogger-Vignette-04_Blog«Das Arbeitsverhältnis mit Herrn X wird aufgrund einer Reorganisation des Departements Y aufgelöst.» Dabei handelte es sich um eine Kündigung eines mehrjährigen Arbeitsverhältnisses in einem sechsköpfigen Team eines KMU. Von Reorganisation keine Spur – vielmehr ging es darum, im Zuge einer Neubesetzung im Departement auch gleich Herrn X auf einfache Weise zu ersetzen. Getreu der Redewendung «Zwei Fliegen auf einen Schlag» sah der Vorgesetzte eine günstige Chance, sich Herrn X zu entledigen, weil er offenbar den veränderten Ansprüchen der Aufgabe respektive des Marktes nicht mehr genügte. Dies ist nur ein Beispiel aus einer Vielzahl ähnlich lautender Phrasen, die sich mittlerweile schon fast standardmässig in den Zeugnissen unserer BewerberInnen aller Couleur finden lassen.