Engagement: Keine Frage des Alters

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«Wieso tut sich nicht mehr im Bereich Employee Engagement in der Schweiz? Braucht es vielleicht eine neue Generation, um das Thema in den Unternehmen voranzutreiben?» Diese Frage wurde mir letzte Woche an der Podiumsdiskussion «HR im Rollenwandel» an der Fachmesse Personal Swiss gestellt.

Selbst Teil der Generation Y, wäre es ein Leichtes gewesen, diese Frage zu bejahen, hätte ich mich doch dabei gleich selbst ins positive Licht gerückt. Unterstützung seitens Experten gäbe es zu dieser These auch zuhauf, beispielsweise vom Soziologen und Jugendforscher Klaus Hurrelmann der das Buch «Die heimlichen Revolutionäre: Wie die Generation Y unsere Welt verändert» verfasste. Oder vom Beratungsunternehmen Deloitte, das kürzlich zum dritten Mal die «Deloitte Millenial Study» herausgebracht hat.

Und trotzdem lautet die Antwort nein. Nein, Employee Engagement ist – anders als beispielsweise Recruiting – nicht primär eine Generationenfrage.

Employee Engagement wird vorangetrieben, wenn den vielen Mitarbeiterbefragungen Taten folgen. Und Taten vollbringen kann jeder, egal welchen Alters. Ob  20, 30, 40, 50, 60 oder 70 Jahre alt, grundsätzlich ist jeder Arbeitende dazu fähig, anderen ein Kompliment zu machen, aufmerksam zuzuhören oder ein Gemeinschaftserlebnis für die Kollegen zu kreieren. Dennoch ist es so, dass wohl jeder von uns entweder selbst oder durch Bekannte Firmen kennt, wo genau diese Werte, wie Wertschätzung, Aufrichtigkeit und Teamgeist, fehlen. Und da liegt die Crux. Wer diese Werte fördert, ist in meinen Augen ein Engagement-Treiber und trägt mit seinen Handlungen dazu bei, Employee Engagement in der Schweiz zu stärken. Wer es nicht tut, bremst das Thema aus. Der entscheidende Faktor ist also nicht das Alter, sondern die Handlungsbereitschaft.

Verschwenden wir also im Bereich Employee Engagement nicht zuviel Zeit mit der Generationendebatte. Kurbeln wir lieber vereint und über alle Altersstufen hinweg das Engagement in der Arbeitswelt an!

3 comments for “Engagement: Keine Frage des Alters

  1. 26. April 2015 at 22:44

    Hallo Sunnie
    Stimme Dir zu, Engagement ist keine Frage des Alters, vielleicht Unwissenheit schon, denn bestimmte Berufe können nur von jungen unwissenden durchgeführt werden – aber das hat mit Deinem Anliegen nur ganz am Rande etwas zu tun.
    Wie kommt denn Engagement zustande? Hier liegt der Hase im Pfeffer, für viele Aufgaben lohnt es sich nicht wirklich zu engagieren, da schlägt die Gradlinigkeit der Generation Y zu. Aber in der Mehrheit der Jobs, die durchaus sinnvoll sind gelingt es den Vorgesetzten und der GL nicht die wahren Werte der Aufgabe aufzudecken, weil sie keine Ahnung vom Job haben. Die Folge ist scheinbare Entwürdigung am Arbeitsplatz, also das blanke Gegenteil von Engagement. Das ist Fakt.
    Wie kann das geändert werden? Kultur- Change? Das hört sich nach 6 Jahre an, da geht zuviel Geld verloren. Aus meiner Erfahrung hilft nur „Fairer Klartext“, der wirkt innert Minuten. Weg mit den Samthandschuhen, zugeben, dass man zuwenig von den Jobs im Unternehmen weiss, ran an Auslegeordnungen, die zeigen, wie der Reifegrad der verschiedenen Organisationseinheiten ist, aber bitte im Detail, sonst nützt es nichts. Dann passiert wundersames, nämlich Selbstorganisation, die süße Schwester des Engagements. Viel Erfolg, oder besser viel Engagement. TB

    • 29. April 2015 at 1:21

      Hallo Thomas,

      Danke für Deinen wertvollen Kommentar! Ich bin mit Dir einig, dass es sehr förderlich fürs Engagement sein kann, das gegenseitige Jobverständnis intern zu stärken. Ich habe dazu in meinem Buch „Inspired at Work – 66 Ideen für mehr Engagement und Innovation im Unternehmen“, die Idee „Die Seite wechseln“ verfasst (mehr dazu unter http://www.betterboss.ch)

      Der Einführungstext zu dieser Rezeptidee lautet: „Ein indianisches Sprichwort sagt: Bevor du nicht die Mokassins eines anderen für eine Woche getragen hast, sollst du nicht über ihn urteilen. Auf den unternehmerischen Kontext übertragen, kann ein Vorgesetzter im Rahmen eines Seitenwechsels für eine Woche die Position und Aufgabe eines Mitarbeiters aus einem anderen Team einnehmen.“

      Es ist nur eine von vielen möglichen Varianten, wie man das Thema im Unternehmensalltag angehen könnte.

      Gut möglich, dass eine solche Initiative über Zeit auch die Kultur positiv beeinflusst; Dies ist aber nur eine Konsequenz bei erfolgreicher Ausführung, nicht das primäre Ziel. Das primäre Ziel sollte sein, wie Du richtig sagst, das gemeinsame Verständnis zu stärken, was zu mehr Engagement führt, was, wie gesagt, wiederum über Zeit die Kultur beeinflusst.

      Auch Dir weiterhin alles Gute!

      Herzlichst,
      Sunnie

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