Das neue swissstaffing-Label: Qualität mit Substanz

Personaldienstleistung Myra Fischer-RosingerDie Personaldienstleistungsbranche hat sich professionalisiert und reguliert sich heute massgeblich selbst. Mit einem runderneuerten Qualitätslabel und strikten Zero-Tolerance-Standards setzt swissstaffing nun neue Massstäbe für Transparenz und Sicherheit.

Ein Blick auf die letzten Jahrzehnte zeigt eine Personaldienstleistungsbranche, die sich rasant entwickelt hat: Seit den Neunzigerjahren hat sich das Volumen der Temporärarbeit verfünffacht. Flexible Arbeit ist heute ein zentraler Pfeiler unseres Arbeitsmarkts. Unternehmen gewinnen dadurch die nötige Beweglichkeit im Wettbewerb, und Arbeitnehmende erhalten eine niederschwellige Brücke in den Arbeitsmarkt sowie mehr Spielraum, um Beruf und Privatleben zu vereinbaren.

Gesetz & GAV: Die Grundlage

Das Parlament hat diese Entwicklung bereits in den 2000er-Jahren aufgegriffen und das Branchengesetz, das Arbeitsvermittlungsgesetz (AVG), weiterentwickelt. Die Revision hat mit dem Einbezug von Gesamtarbeitsverträgen (GAV) der Einsatzbranchen allerdings vor allem zusätzliche Bürokratie für die Personaldienstleister mit sich gebracht, ohne dass daraus ein klarer volkswirtschaftlicher Mehrwert entstanden wäre.

Mit dem Inkrafttreten des brancheneigenen «GAV Personalverleih» im Jahr 2012 wurde die Gesetzesrevision in der Praxis schliesslich überholt: Die Branche hat sich ein eigenes, passgenaues Regelwerk gegeben, um die Arbeitsbedingungen der Temporärarbeitenden gezielt zu regeln. Der «GAV Personalverleih» sorgt – nebst der Festlegung von Mindestlöhnen und Arbeitszeitregelungen – für eine massgeschneiderte Absicherung insbesondere in der beruflichen Vorsorge und bei Krankheit. Zudem eröffnet der GAV über den Weiterbildungsfonds «temptraining» berufliche Entwicklungsmöglichkeiten für Temporärarbeitende.

Mit dem eigenen GAV und der dazugehörigen paritätischen Kommission verfügt die Personaldienstleistungsbranche über die richtigen Steuerungsinstrumente, um ausgewogene Lösungen für flexible Arbeitssettings zu finden. Weder der Gesetzgeber noch andere GAV können dies in dieser Form leisten.

swissstaffing-Qualitätslabel: Standards, die den Unterschied machen

Seit Anfang dieses Jahres setzen die bei swissstaffing organisierten Personaldienstleister ein weiteres klares Zeichen: swissstaffing hat sein Qualitätslabel grundlegend erneuert, damit es die eindrückliche Entwicklung und die Professionalisierung der Personaldienstleistung der letzten zwei Jahrzehnte abbildet. Das neue Label soll Einsatzbetrieben, Stellensuchenden und Temporärarbeitenden als verlässlicher Orientierungspunkt dienen.

Das neue Label setzt bewusst hohe Standards für die Verbandsmitglieder. Es hilft ihnen, sich klar zu positionieren, und es schafft mit Erst- und Rezertifizierungsaudits gleichzeitig einen Rahmen, in dem Mitgliedsunternehmen ihre Prozesse weiterentwickeln, lernen und wachsen können.

Ein zentrales Element des weiterentwickelten Labels sind die sogenannten Zero-Tolerance-Standards. Sie definieren verbindlich, wofür das Label steht:

  1. Ein hohes Expertenniveau: Für alle internen Mitarbeitenden beim Personaldienstleister gelten verbindliche Vorgaben für Aus- und Weiterbildung.
  2. Arbeitssicherheit ist Pflicht: Ein implementiertes Sicherheitskonzept gehört bei jedem Personaldienstleister ebenso dazu wie ein betriebsinterner, ausgebildeter Sicherheitsbeauftragter.
  3. Verlässlichkeit bei den Sozialversicherungen: Sämtliche Beiträge müssen nachweislich termingerecht abgeführt werden.

Darüber hinaus unterstützt das Label die Verbandsmitglieder mit praxisnahen Checklisten bei der Ausgestaltung ihrer internen Prozesse – in den Kernprozessen Personalverleih, Dauerstellenvermittlung, Suchmandate und Outplacement ebenso wie in den Bereichen Führung, Personal, Aus- und Weiterbildung, Arbeitssicherheit, Dokumentation und Datenschutz. Im Audit werden diese Punkte überprüft. Dabei muss ein definiertes Qualitätsniveau erreicht werden. Optional besteht zudem die Möglichkeit, sich zusätzlich im Bereich ESG zertifizieren zu lassen.

Wer Mitglied bei swissstaffing werden möchte, durchläuft eine Erstzertifizierung und muss diese bestehen. Bestehende Mitglieder werden im Sinne der Nachhaltigkeit alle drei Jahre reauditiert.

Das Versprechen hinter dem Label

Mit dem neuen Label bekennen sich die Mitglieder von swissstaffing zu einem gemeinsamen Verständnis davon, wie professionelle Personaldienstleistung in der Schweiz heute gelebt werden soll. Es bildet das Fundament für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Arbeitsweise der Verbandsmitglieder. Dahinter steht ein Versprechen – und zwar eines, das überprüfbar ist: Zero Tolerance bei Verstössen, qualifiziertes Personal, klare interne Abläufe, höchste Priorität für Arbeitssicherheit und konsequente Gesetzeskonformität.

Myra Fischer-Rosinger, Direktorin von swissstaffing

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